Papst Franziskus hat eine mangelnde Verwirklichung der Ideen des Zweiten Vatikanischen Konzils beklagt. Es sei bislang noch nicht alles getan worden, was der Heilige Geist im Konzil gesagt habe, sagte er am Dienstag im Vatikan. Zugleich kritisierte er bedenkliche Erscheinungsformen des Konzilsjubiläums.
"Wir feiern dieses Jubiläum, bauen dem Konzil ein Monument - aber eines, dass nicht unbequem ist, das uns nicht stört", sagte er in einem Gottesdienst mit vatikanischen Angestellten. Bestrebungen zu einer Rückkehr in die vorkonziliare Zeit erteilte Franziskus eine deutliche Absage. Es gebe Stimmen, die zurückgehen wollten, so Franziskus. Das bedeute, "dickköpfig zu sein" und "törichte und lahme Herzen zu bekommen". Ein solches Unterfangen zeuge von dem Willen, den Heiligen Geist zu zähmen.
Seit Oktober erinnert die katholische Kirche mit zahlreichen Veranstaltungen und Gottesdiensten an das Zweite Vatikanische Konzil, das am 11. Oktober 1962 eröffnet. Im Zuge der Bischofsversammlung, die am 8. Dezember 1965 endete, öffnete sich die katholische Kirche gegenüber der Moderne.
Das ist doch mal eine klare Ansage! Anscheinend war der Heilige Geist im letzten Konklave doch stark genug, um sich durchzusetzen.
Das Mitglied der Piusbruderschaft, der Holocaust-Leugner und Traditionalist Richard Williamson, hetzt gegen den emeritierten Papst Benedikt XVI. und wirft ihm vor, die göttliche Institution des Papstamtes untergraben zu haben. "Jüngst sahen wir den Rücktritt eines Papstes, und gewiss trat er unter anderem deshalb zurück, weil er selber so im Bann des modernen demokratischen Denkens steht, dass er nie ganz an sein höchstes Amt geglaubt hat", wetterte der unverbesserliche und starrsinnige ewig Gestrige. Und weiter: "In ihrer gesamten 2000-jährigen Geschichte hat die Kirche noch nie eine so vollständige Finsternis wie gegenwärtig durchlaufen. Die Feinde Christi haben durch den Rücktritt von Benedikt XVI. und durch das anschließende Konklave mit Sicherheit alles von ihrer Seite unternommen, um das Papstamt auszuschalten."
Papst Franziskus weist der Kirche den Weg in eine neue Bescheidenheit. Sie soll sich nicht mehr in Prunk und Selbstgefälligkeit präsentieren, sondern sich wieder stärker am evangelischen Rat der Armut orientieren. Auf diesen Zug springt sogar der Münchener Oberhirte auf und proklamiert: "Die Armen sind die Lehrmeister, damit wir erkennen, wir sind ganz abhängig von der Gnade und Liebe Gottes." Dieser neue Stil kommt nicht von ungefähr - er hat in Lateinamerika, dem Herkunftskontinent des neuen Papstes, eine Tradition, die maßgeblich durch Dom Helder Camara, den späteren brasilianischen Bischof, begründet wurde. Er initiierte den sog. "Katakombenpakt", eine Selbstverpflichtung von Bischöfen und Kardinälen zu einem Leben in Bescheidenheit, Macht- und Besitzlosigkeit. Damit war auch eine "Option für die Armen" ausgesprochen, die dann später auch zur "Theologie der Befreiung" führte. Aber eigentlich führte er nur konsequent weiter, was Papst Johannes XXIII. selbst vier Wochen vor dem Konzil als Leitwort für ebendieses verkündet hat.
Vieles ist in den Tagen seit seiner Wahl zum Papst über Jorge Mario Begoglios Verhältnis zur früheren argentinischen Militärdiktatur und seinem Verhalten gegenüber den beiden jesuitischen Mitbrüdern Orlando Yorio und Francisco Jalics geschrieben worden - weniges davon war authentisch und von unmittelbaren Zeugen, dafür gab umso mehr Spekulationen. Eine Stellungnahme aus dem unmittelbaren Umfeld kommt von dem pensionierten Priester des Bistums Essen Ulrich Timpte, der selbst viele Jahre in Argentinien tätig war. Diese Stellungnahme geben wir im Folgenden wieder:
Georg Denzler, Die Geschichte des Zölibats, Verlag Herder, 2002
… WeiterlesenAnne Dördelmann-Lueg, Ein Sprung in der Kette.Vom Zölibat betroffene Frauen durchbrechen ein Tabu: Berichte von Frauen, die eine Beziehung zu
… WeiterlesenKarin Jäckel/Thomas Forster, ... weil mein Vater Priester ist, Verlag Luebbe, 2002, 6,90 €
… WeiterlesenManfred Reuter, Der Kirchenmann, Verlag kbv, 2008
… Weiterlesen
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